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Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!

Bist du die ersten Schritte in Richtung besser essen gegangen? Bravo! Und nun gestolpert und in alte Muster zurückgefallen? Macht nichts! Denn das ist ziemlich normal! Two steps forward, one step back... und schon ein wenig weiter als zuvor. 

Sehr verständlich ist es, wenn das Stolpern nicht zum Jubeln veranlasst. Es ist einfach unangenehm, wenn man gerade merkt, dass man wieder in altes Verhalten zurückfällt. Klar! 

Es poppt die Frage auf, warum das überhaupt passieren konnte? Aber es stellt sich auch die Frage, warum wir uns eher an dem orientieren, was misslang, als an dem, was doch schon ganz gut lief. Es ist ein Rätsel. Oder? 

Zu den Ursachen des Stolperns habe ich einmal etwas sehr Interessantes und Erklärendes in einem der Bücher des Neurobiologen Prof. Dr. Gerald Hüther gelesen: Neues Verhalten im Vergleich zu altem Verhalten verhält sich wie das vorsichtige Gehen auf unwegsamen neuen Trampelpfaden (ich habe mir dann immer noch viele Bäume und Nebel vorgestellt) im Vergleich zum Fahren auf achtspurigen Autobahnen (hier kam mir immer die 405 in Los Angeles in den Sinn). Auf den neuen Wegen sind wir sehr vorsichtig, denn wir kennen uns nicht aus und die Situation ist unübersichtlich. Auf der Autobahn kennen wir uns gut aus, sind schon zigmal darüber gefahren, nein, gerauscht. Und wir fühlen uns wohl, eben weil alles so vertraut ist. Selbst wenn wir wissen, dass uns die Autobahn nicht an den Ort bringt, den wir erreichen wollen, haben wir die Tendenz, diese zu nutzen. Wir kommen in vertrauter Gegend schneller voran. Der unbekannte neue Pfad führt uns – die Vorstellung haben wir – zwar an den richtigen Ort, aber es ist anstrengend und unsicher. 

Um den richtigen Ort, in unserem Fall ein Ort namens „Neues Essverhalten“ zu erreichen, sich uns die Aufgabe, den Trampelpfad durch stetiges Begehen irgendwann so gut erkundet zu haben, dass wir uns darauf genauso vertraut fühlen und zügig  vorankommen wie auf der Autobahn. Wir machen also den Trampelpfad zu einer neuen Autobahn. Und dann haben wir die Wahl, welche der beiden Autobahnen wir nutzen wollen: die, in die richtige Richtung, oder die andere. 

 

Die zweite Frage, warum wir das Misslungene eher fokussieren als das andere Gelungene, ist mir ein Rätsel. Vielleicht ist das ein menschliches Phänomen?  Aber der Misserfolg gehört auf jeden Fall zum Erfolg dazu, wenn wir ihn richtig nutzen. Nutzen können wir diese Misserfolge, wenn wir die Ursachen beleuchten – wie konnte es dazu kommen? Die Antwort sollte möglichst sachlich und wertfrei ausfallen. Und wenn wir uns die gleiche Ursache/Situation noch einmal vorstellen, stellen wir am besten die Frage: Wie hätten wir lieber gehandelt? 


 

Sonntag, 10 Dezember 2017 15:16
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