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Scharf macht glücklich und gesund!

Dein Gesicht läuft rot an, der Schweiß steht dir auf der Stirn, du atmest hastig… Diesmal ist jedoch nicht die anstrengende Joggingrunde schuld, sondern das Chiligewürz in deinem Essen. Kann diese extreme Reaktion auf scharfes Essen überhaupt gesund sein?

jalapeno 1472016 Mass Designs pixabay sScharf! Der eine liebt es, der andere hasst es. Doch wer schon mal ordentlich scharf gegessen hat – ob ausversehen oder mit Absicht – weiß, dass es kein Geschmack ist wie jeder andere. Um genau zu sein ist scharf nämlich gar kein Geschmack (wie süß, sauer, bitter, …), sondern wird über Wärme- und Schmerzrezeptoren im Mund wahrgenommen. Im Chili ist der sekundäre Pflanzenstoff Capsaicin für diese merkbare Schärfe zuständig. Doch du kennst dieses brennende Gefühl auf der Zunge und im Hals auch noch von anderen Lebensmitteln: Auch Kurkuma, Pfeffer, Ingwer, Kohlgemüse, Knoblauch, Zwiebeln, Meerrettich und nicht zu vergessen Senf besitzen Scharfstoffe.

Jetzt dürfen aber alle Feuerspeier unter euch aufatmen, denn scharfes Essen ist nicht nur schweißtreibend, sondern hat viele wünschenswerte Wirkungen auf unseren Körper. Studien aus Amerika* und China** zeigten vor einigen Jahren, dass der regelmäßige Verzehr von Scharfstoffen vermutlich Krebs entgegenwirkt, das Herzkreislauf- und Verdauungssystem gesund hält und außerdem eine entzündungshemmende Wirkung hat. Zudem führt der Schmerzreiz zur Ausschüttung von Endorphinen, also unseren Glückshormonen. Also lieber Chili statt Schoki, wenn man mal einen kleinen Muntermacher braucht (gibt’s auch in Kombination…aber psst, denn Schoki sollte eher die Ausnahme sein). Aber bevor du dir jetzt zu jedem Mittag eine Chilipfanne mit Knoblauch, Zwiebeln und Meerrettich machst, müssen diese Studienergebnisse für manche unter uns mit Vorsicht genossen werden. So kann die Schärfe bei Kleinkindern oder empfindlichen Menschen die Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt reizen und dann bringt uns der ganze Hype um Chili und Co. auch nichts.

Scoville – Das ist die Einheit, in der man die Schärfe bestimmter Lebensmittel messen kann. Gehört hat man diesen Begriff vielleicht schon mal, doch was genau bedeutet er überhaupt? Scoville, auch Scoville Heat Units (SHU), gibt an wie viel ml Wasser man benötigt um 1 ml des gewählten Lebensmittels so zu verdünnen, dass man gerade noch eine leichte Schärfe wahrnimmt. Zum Beispiel bräuchte man bei 1 ml Tabasco 4,5 Liter Wasser (also 4.500 SHU)… Verrückt, oder?! Hier zeigen wir euch mal eine Tabelle, in der ihr eure leicht scharfe Paprika mit einer ordentlichen Chilischote vergleichen könnt: 

 

 Scoville [SHU]

© pepperoni-1539472 / S.Hermann und F.Richter / pixabay.com

Beispiele

0–10        Gemüsepaprika
100–500        Peperoni 
2.500–8.500        Tabascosauce
100.000–250.000        Habanero-Chili
2 Millionen        handelsübliches Pfefferspray
16 Millionen        reines Capsaicin

 

Merke: Wichtig ist es, sich langsam an scharfes Essen heranzutasten und es wie alles andere im Leben nur in Maßen zu genießen. Dann bleibt die Vorfreude auf die nächste Mahlzeit mit Chili auch erhalten.

(Saskia Neumeier)

 

Quellen:
Studien: *   The Association of Hot Red Chili Pepper Consumption and Mortality: A Large Population-Based Cohort Study // Mustafa Chopan and Benjamin Littenberg
              **  Consumption of spicy foods and total and cause specific mortality: population based cohort study // Jun Lv
Tabelle:
 Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg, online-Artikel: Wie gesund ist scharfes Essen? (März 03/19) 
Bilder:    rote Pepperoni: © pepperoni-1539472 / S.Hermann und F.Richter / pixabay.com
               grüne Jalapeno: © jalapeno-1472016 / Mass Designs / pixabay.com
              Titelbild Pepperoni auf Gabel: © pepperoni-2936528 / Divilay / pixabay.com

 


 

Donnerstag, 30 Januar 2020 06:00
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