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Eiskalt und trotzdem gut ?! – tiefgefrorenes Gemüse und Obst

Meine Oma sagte immer: „Tiefgefrorenes Gemüse ist ja kein Gemüse mehr. Da sind doch all die Vitamine erfroren, mein Kind“. Hatte Omi denn jetzt Recht? Eigentlich werden tiefgekühlte Lebensmittel in letzter Zeit doch eher gelobt. Fake-News von Omi?

peas 390679 1920 pixabay PDPicsIch stehe in der Küche und will mir noch schnell ein kleines Mittagessen kochen. Ich schaue in den Kühlschrank: Gähnende Leere im Gemüsefach, nur ein paar schrumpelige Karotte schauen mich traurig an. Die wollte ich eigentlich noch letzte Woche machen, aber dann kam eine Einladung zum Lunch dazwischen. Jetzt können sie weg, na toll! Wer kennt das nicht? Zum Glück sieht meine Tiefkühltruhe nach dem letzten Einkauf etwas vielversprechender aus: gefrorene Erbsen, Brokkoli, Blumenkohl – damit kann ich arbeiten! Doch als ich da so meine gefrorene Ausbeute auf dem Küchentresen betrachtete schlich sich wieder die „Weisheit“ meiner Oma in meinen Kopf.

Frisches Obst und Gemüse ist in der Theorie zwar tatsächlich am nährstoffreichsten, in der Praxis jedoch nur wenn es sehr bald nach der Ernte gegessen wird. Denn viele Vitamine, wie das Vitamin C, reagieren empfindlich auf Hitze, Sauerstoff und Licht. Somit sind lange Transporte und Lagerung für die kleinen Sensibelchen gar nicht mal so gut und der Anteil der Vitamine, die wir unbedingt haben wollen, verringert sich schnell. Mist! Wenn du Obst und Gemüse also eher als Vorrat haben willst, wäre die tiefgekühlte Variante eine optimale Möglichkeit, denn sie ist die schonendste aller Konservierungsmethoden. Wird das Lebensmittel direkt nach der Ernte schockgefrostet, behält es nämlich besonders viele Vitamine, den Geschmack und die Konsistenz.

Während tiefgefrorenes Gemüse und Obst für dich eine schnelle, gut zu portionierende und allzeit bereite Möglichkeit ist, ein leckeres Gericht zu kochen, sind tiefgekühlte Fertiggerichte nochmal eine ganz andere Geschichte. Oft wird bei diesem Fast-Food, oder besser gesagt Junk-Food, eine Mischung aus Konservierungs-, Farb-, und Aromastoffen sowie Geschmacksverstärkern und/oder Emulgatoren verwendet – und die Liste ist dort lange noch nicht zu Ende. Wer will das schon im Essen haben?

Aber warum machen die Hersteller das eigentlich? Ein Grund ist zum Beispiel, dass die Kartoffeln, Bohnen, Brokkoli und Erbsen in der Rahmsoße nach einem kurzen Sonnenbad in der Mikrowelle alle gleichzeitig fertig sein sollen, ohne das ein Stück Gemüse verbrannt ist und das andere noch tiefgefroren Zahnschmerzen beim Hereinbeißen verursacht. Ein technisch-wissenschaftliches Meisterwerk ist dieses tiefgekühlte Junk-Food in jedem Fall, jedoch nicht unbedingt ein kulinarisches und erst recht kein gesundheitliches. Wenn du dich für tiefgekühlt entscheidest, empfehlen wir lieber aus dem reinen tiefgekühlten Gemüse etwas Leckeres zaubern. Ein bisschen Sahne ersetzt leicht den „Blubb“ und mit ein paar getrockneten italienischen Kräutern (ohne Geschmacksverstärker!), etwas Salz und Pfeffer und Tomaten aus der Dose kannst du mit Leichtigkeit deinem tiefgekühlten Gemüse den richtigen Pepp geben!

Unsere Tipps:

  • tiefgefrorenes Obst, wie Beeren im Kühlschrank auftauen, am besten in einem Sieb, damit die
    Auftauflüssigkeit abtropfen kann
  • tiefgefrorenes Gemüse am besten direkt kochen und nicht erst auftauen
  • werden Lebensmittel aufgetaut, sollten sie innerhalb der nächsten 24 Stunden verarbeitet werden
  • dein Tiefkühler sollte bei -18°C eingestellt sein, wenn möglich
  • eine Kühlkette sollte nicht unterbrochen werden

Wir wünschen dir einen Guten Appetit, ob mit ganz frischem Obst und Gemüse oder doch der tiefgefrorenen Variante. Wie sagt man so schön? Die Mischung macht’s.

 

Ach übrigens, unter diesem Link findet ihr ab dem 07.10.2019 nach der Ausstrahlung im Fernsehen einen NDR-Beitrag zu Tiefkühlgemüse, in dem wir auch ein Wörtchen mitreden durften.
Oder ihr schaut es live: Markt im NDR, am Montag, den 7.10.2019 ab 20.15 Uhr. 

(Saskia Neumeier)


 

Montag, 07 Oktober 2019 05:59
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